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Meine Nerven...

liegen bloß...

Djinny ist seit gestern weg. Das ist nun noch keine so lange Zeit, aber sehr ungewöhnlich, sie ist normal sehr häuslich.
Sicher, es ist Frühling, sie wird langsam erwachsen (10 Monate), vielleicht ist sie einfach nur herumstromern. Paarungszeit ist auch, obwohl sie kastriert ist, soll es ja durchaus vorkommen, dass Katzen dann dennoch ein bisschen "rollen", zumindest steigt wohl der Hormonpegel.

Aber...

In der letzten Zeit hatte ich diverse "Schocks" dieser Art. Erst war Toffee zwei Tage nicht zu sehen, dann Speedy. Toffee tauchte allein wieder auf. Aber Speedy... Ihn haben wir gefunden, auf Rufe während unserer Suche antwortete er dann, aus 10m Höhe... er war, vermutlich auf der Flucht vor irgendetwas, einen steilen Baum ohne Seitenäste hochgerast, der sich dann auf eben dieser Höhe gabelte. Da saß er dann und traute sich nicht mehr herunter. Dazu kam, dass der Baum, ich vermute eine Esche, eine aalglatte Rinde hatte, die durch Regen auch noch nass und glitschig war, das hat ihn wohl mutlos gemacht.

Runtergeredet bekamen wir ihn nicht, also hab ich erst mal die Feuerwehr angerufen, nachdem niemand im Umfeld eine so lange Leiter hatte. Die haben erst abgewehrt, dann meinten sie, wenn sie kämen, müsse ich den Einsatz bezahlen. Kostenfaktor je nach Einsatzlage 250-400€... Da hab ich erst mal geschluckt, aber nun, der Kater konnte ja schlecht oben hocken bleiben. Ich hab mich bedankt und noch mal nach Alternativen gesucht. Der Feuerwehrmensch hatte eine Tiernotrettung erwähnt, ich hatte die schwache Hoffnung, dass die vielleicht etwas günstiger wären, und vielleicht auch mehr Erfahrung hätten. Ich glaub nicht, dass hier in der Gegend viele Katzen gerettet werden, die Menschen haben da eine wesentlich "rustikalere" Einstellung dazu als der Göttergatte und ich.

Die Tierrettung Potsdam war dann die Rettung. Die wirklich freundliche Mitarbeiterin am Telefon meinte, wir sollen ihm noch eine Nacht Zeit lassen, zu 90% kommen sie runter, wenn es ruhig wird im Dorf. Nicht nötig zu sagen, dass Speedy zu den 10% gehörte, die oben bleiben..

Also rief ich morgens noch mal an, zwei Stunden später kam ein sehr netter Mensch, Herr Breuer, der sich das Geschehen besah und meinte.. "Oh je, meine Leiter reicht da auch nicht." Klettern ging auch nicht, es gab keine Äste, an denen er sich hätte sichern können. In der einzigen Gabelung saß der Kater..

Das ganze fand auch noch auf dem Grund und Boden eines bei uns nicht sehr beliebten Nachbarn statt. Prompt kam auch sein Angestellter, Jakob, der aber ein sehr sympathischer Mensch ist, und auch hilfsbereit. Er holte dann auch eine Leiter, die ebenfalls zu kurz war. Und dann begann die abenteuerliche Rettung. Jakob holte sich die Erlaubnis, den Trecker seines Chefs zu nehmen. Erst beräumte er den Boden unter dem Baum, damit es eine ebene Fläche war, dann stellten der Göttergatte und der Tierretter, Herr Breuer, die Leiter in die Schaufel und lehnten sie an den Baum, dann setzten sie sich hinein und hielten fest. Jakob fuhr die Schaufel hoch und überbrückte die fehlenden 2m. Nur.. hochklettern konnte keiner, die Leiter war ja nicht gesichert.
Zum Glück war Speedy so froh, mehr Halt zu finden, dass er auf die erste Leitersprosse kletterte, dann einige Sprossen weiter.
Jakob ließ dann ganz langsam die Schaufel ab, so dass die Leiter am Baumstamm herabglitt, Speedy guckte etwas panisch, hielt sich aber irgendwie fest. Dann wurde die Leiter aus der Mulde gehoben und der Göttergatte und Herr Breuer zogen die Leiter gaanz langsam immer weiter runter. Bei ca. 3m klickte es wohl bei Speedy, er sprang an den Stamm und raste kopfüber hinunter bis auf den Waldboden. Dann verschwand er im Gebüsch, als ich nachguckte, hockte er da und entleerte erstmal die Blase.
Im Anschluss kam er direkt zu mir und wollte nach Hause getragen werden. Den Gefallen tat ich ihm gern... Uns blieb nur noch, uns ganz herzlich bei Herrn Breuer zu bedanken, der zuvor gesagt hatte, dass er trotz zu kurzer Leiter noch lang nicht am Ende wäre. Hätte uns Jakob nicht freundlicherweise geholfen, hätte Herr Breuer noch andere Hebel in Bewegung gesetzt. Und das Erstaunlichste war, die Tierrettung Potsdam arbeitet ehrenamtlich, der Einsatz hat also nichts gekostet. Natürlich hab ich aber danach gespendet, das war selbstverständlich für mich. Auch bei Jakob haben wir uns natürlich dolle bedankt, denn aus dieser Richtung hatten wir keine Hilfe erwartet, wegen der nicht wirklich guten Beziehung zu seinem Chef.

Einige Zeit später war Speedy wieder verschwunden.. wir fanden ihn wieder auf dem Privatgelände des Nachbarn (nicht eingezäunter Wald) auf einem hohen Baum ohne Seitenäste. Aber diesmal war es einer mit einer sehr rauhen Rinde, nach einigem Rufen und Locken kam er dann doch allein runter.

Letzte Woche dann waren Speedy und Djinny weg. Zwei Tage... Niemand auf dem Baum, keine Antwort auf unser Rufen. Ich hab dann unseren einzigen direkten Nachbarn, wo sie hingehen (der andere hat Hunde auf dem Hof) gebeten, mal in Garage und Stall nachzusehen. Er hat dann freundlicherweise beides offen gelassen über den Tag, am gleichen Nachmittag waren beide wieder da. Gesehen hat der Nachbar nix, aber das war so prompt, die waren da bestimmt drin. Nun hoffe ich, dass Djinny entweder bald auftaucht oder doch wieder drin sitzt, leider ist nebenan keiner da, der Göttergatte war schon klingeln.

09.03.2017, 11.05

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Birgit

Oh je, liebe Tamara, deine Sorgen kann ich total gut nachfühlen. Da könnte ich wohl auch an nichts anderes mehr denken!

Hoffentlich kommt Djinny bald wieder zurück ..

Ganz liebe Grüße zu dir,
Birgit

vom 10.03.2017, 14.06
Antwort von :

Liebe Birgit,

danke für Dein Mitgefühl. Im Lauf der Zeit sind hier ja schon einige Katzen und Kater verschwunden, jetzt vor kurzem erst Miss Kitty. Da ist meine Toleranzgrenze, was Abwesenheit von Katzen angeht, inzwischen arg geschrumpft.. Außerdem bin ich eh HSP, das macht es nicht einfacher.
Liebe Grüße zurück
Tamara
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